Hier geht es darum,
wie schnell du in eine Kurve einlenkst;
mit der
Hanging-Off-Technik hat der
Fahrer hierbei einen großen Vorteil.
Das Knie ist nicht
nur sein
Schräglagenfühler, es gibt ihm auch eine
bestätigende Rückmeldung,
ob er schnell genug
abgewinkelt hat.
Prolog
Das
erste Mal
geschieht es meist
auf einem abgelegenen Parkplatz. Und obwohl es eigentlich keinen Grund
zur
Aufregung gibt, gehen Puls und Atem schnell, kalter Schweiß benetzt die
Stirn.
Erwartungsvoll liegt die Freundin auf dem Boden und dirigiert: "Ja!
Noch
ein bisschen tiefer, gleich hast Du's!" Und dann passiert es endlich:
Nach
unzähligen Kreisen wie in einem Nudeltopf löst das helle Kratzen des
Knieschleifers
alle körperlichen und psychischen Spannungen, das Knie berührt den
Boden.
Und
es ist gar nicht
so schwer.
Anstatt mit den Knien am Tank die Rutschgrenze auszuloten, richtet man
die
Maschine unter sich auf oder andersherum, lehnt sich mit dem Körper zur
Kurveninnenseite, zu Neudeutsch: Hängt sich off. Das geht im Extremfall
so
weit, bis das Knie am Boden schleift. Auf alle Fälle braucht man durch
die
Schwerpunktverlagerung beim Hanging-off bei gleichem Kurventempo weniger
Schräglage oder erreicht bei gleicher Schräglage höheren
Kurvenspeed. Für den ersten Knie-Schliff eignet sich am besten ein
sauberer und
ebener Platz, auf dem gefahrlos Kreise gefahren werden können. Man kann
sich
auch gleich ins richtige Leben begeben und eine weite Kurve als
Übungsfeld
nutzen. Voraussetzung für eine ruhige Kurvenfahrt ist wenig Drehzahl,
harte
Lastwechsel stören nur Linie und Konzentration. "Optimal fährt es sich
im
hohen Gang, wenn der Motor noch nicht so reißt. Nicht schnell, aber
genug, um
die Maschine ein bisschen einzufedern".
Obwohl
die
Bewegungsabläufe in beide
Kurvenrichtungen
gleich sind, sollte man zuerst links herum beginnen, so lässt sich das
Gas
feiner dosieren. Und dann gilt's:
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Beim Bremsen den Oberkörper
aus der Verkleidung heraus in den
Fahrtwind strecken, das bremst zusätzlich. Vor allem der Hintern muß
jetzt weg von der Mitte und Richtung Kurve rutschen - aber nicht
zuviel, eine Pobacke jenseits der Sitzbank genügt. Das Knie in den Fahrtwind spreizen hilft beim Einlenken! |
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Wichtig dabei: den Lenker locker führen, die eigenen Bewegungen werden nur über den Druck auf die Fußrasten, aus den Beinen heraus ausgeführt. Alle Bewegungen sollten so geschmeidig wie möglich ablaufen! |
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Nur noch ein paar Millimeter und der jungfräuliche Knieschleifer küsst zum ersten Mal den Asphalt. |
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In der Kurve: Geschafft! Man kann daran leicht hängen bleiben! |
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Jetzt lässt sich gut die
Schräglage nachkorrigieren. Wer sich
mehr zur Kurveninnenseite hin lehnt, richtet das Motorrad automatisch
auf. Mehr Schräglage gibt's wenn das Knie ein wenig eingezogen wird. Auf den Boden fallen geht nicht mehr, schließlich liegt man ja schon! |
Wenn Du "mit
Gewalt" in die Kurve gehst, kriegst Du mitten drin Schwierigkeiten,
weil Du auf die Innenseite siehst
und Deinen Einlenkpunkt verpasst.
Fahr weniger
aggressiv, such Dir Deinen Einlenkpunkt und mach es dann richtig.
Präzision ist
wichtiger als Tempo! Das gibt ein Gefühl der Befriedigung.
Hanging-Off ist
ein Teil des Repertoires an Fahrtechniken eines Rennfahrers.
Wenn meine
Stiefelspitze und mein Knie am Boden sind, dann weiß ich, dass ich am
Limit bin.
Ich weiß, dass die
Räder Bodenkontakt verlieren, wenn ich noch weiter runter gehe.
Doug Chandler
Superbike-Weltmeister
aus
www.ninjaonline.de